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Hallo liebes Tagebuch,

heut ist Nikolaus-Tag. Und wie jedes Jahr konnte ich gestern vor Aufregung kaum einschlafen. Und während ich mich im Bett herumwälzte, brannten im Dorf noch die Lichter. Die meisten wollten nämlich beobachten, wie der Nikolaus die Stiefel füllt. Was aber daraus wurde, ist wieder mal einen Tagebucheintrag wert.

Als es Nacht wurde, legten sich alle Neugierigen auf die Lauer.

Kasi zum Beispiel: Der hatte sich ganz dick eingepackt und wartete auf seinem Balkon. Tee und eine heiße Suppe sollten ihn warm halten.

Lexi fiel auf, dass unter N in seiner Lexiklopädie noch der Eintrag »Nikolaus« fehlte. Doch leider ist über diesen Nikolaus nicht so viel bekannt. Was macht er zum Beispiel im Sommer? Am liebsten wollte Lexi ihn persönlich befragen. Und heute Nacht war eine gute Gelegenheit.

Poldi hingegen verkroch sich lieber in seinem Kraterkeller und schaute Bilderbücher. Dieses Jahr hat er uns nämlich viel zu oft mit Fressen gedroht. Und jetzt befürchtete er, einen ordentlichen Einlauf vom Nikolaus zu bekommen.

Mona und Lisa warteten auf dem Hausboot, Lulu und Elvis im Traumexpress. Alle saßen am Fenster, mit Ellenbogen auf den Kissen und drückten sich die Nasen platt.

Die Quietschbeus stellten hohen Cowboystiefel raus. Die waren so hoch, da hätte Kasi drin stehen können! Na, wenn das mal nicht nach hinten losgeht, hab ich nur gedacht. Sind dann aber früh schlafen gegangen – haben sich wahrscheinlich etwas geschämt.

Ich selbst war so ungeduldig, da bin ich schon ganz früh ins Bett. Im Schlaf vergeht die Zeit schließlich schneller. Außerdem war ich am Morgen mit Zacharias Zuckerguss und Susi Sonnenschein zum Nikolaus-Frühstück verabredet, da musste ich fit sein.

Tja und dann ging es los: Doch Lexi war so in seine Arbeit vertieft und bekam nix mit, als der Nikolaus direkt vor seiner Nase die Schuhe befüllte.

Bei Kasi fiel auf einmal die Straßenlaterne aus. Als er dann mit dem Fahrstuhl nach unten fuhr, um nach der Laterne zu schauen, stiefelte wohl zufällig in diesem Moment der Nikolaus vorbei. Also knapp verpasst.

Und was der Nikolaus wohl dachte, als er am Traumexpress vorbeiging? Da hing ein selig schlummernder Elvis auf der Fensterbank und nebenan saß eine schnatternde Lulu auf dem Küchenhocker und telefonierte mit Mona. Auch die beiden verpassten den Nikolaus.

Ja und im Hausboot hing die Mona an der Strippe und quasselte mit Lulu und Lisa – wie immer viel zu neugierig – hörte heimlich zu. Auch sie bemerkten den Nikolaus nicht.

Nepomuk arbeitete seit Tagen an einem Mondbild. Und weil man den Mond am besten nachts malt, geriet sein Schlafrhythmus total durcheinander. Er haute sich also schon mittags aufs Ohr und schlief bis morgens durch. Als Nepomuk dann in die Stiefel schlüpfte, stieg er auf die harten Nüsse. Er erinnerte sich unter Schmerzen: Ah, Nikolaus!

Tja – und die Quietschbeus wunderten sich heute Morgen. Denn auch wenn die Stiefel größer waren, die Menge an Nüssen und Mandarinen blieb gleich. Es muss mickrig ausgesehen haben. Doof gelaufen!

Doch trotz der Pannen: Niemand ging leer aus, jeder hatte was im Stiefel.

Auch meine Schuhe waren gefüllt. Ich konnte also ausgeruht und zufrieden gemeinsam mit Zachi und Susi frühstücken – ausnahmsweise mit Schokolade zum Nachtisch.

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –
dein Spencer

PS: Es ist doch immer wieder schön, sich überraschen zu lassen. Ich habe nie verstanden, wieso man immer alles vorher wissen muss. Sp.