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So, liebes Tagebuch, jetzt bin ich zuhause und kann mich wieder konzentrieren. Also hier der zweite Teil:

Langsam wurde es dunkel und wir versammelten uns bei den aufgebauten Marktständen zwischen Pilz und Baumhaus. Die Maronen waren lecker, die Musik machte Stimmung und Lulus Tischdecken waren die Wucht in Tüten. Fast wie bestellt fielen erste Schneeflocken.

Wir gingen ins Schloss, um uns am Kamin aufzuwärmen und Lexis Geschichte zu hören. Und die hatte mal wieder alles, was eine Geschichte so haben muss: Herz, Witz und Spannung. Und als die Spannung auf dem Höhepunkt war und wir es kaum mehr aushalten konnten, fiel Poldi ein, was Lexi da heute Mittag gemurmelt hatte. Tja und bumms, hat er das Ende verraten. Wie ärgerlich! Lexi schlug das Buch zu und sprang aus dem Sessel: »Und du, Lisa, wolltest mich loswerden!« Jetzt platzte alles aus ihm heraus. Lisa verstand kein Wort. Eigentlich verstand niemand ein Wort. Dann stürmte Lexi davon.

Ich wollte die Situation retten: »L-L-Leute, wie wärs mit heißem Kakao?« trällerte ich in die Runde. Nepomuk drückte jedem schnell eine volle Tasse in die Hand. Doch dann wurde alles nur noch schlimmer: Wohin ich schaute, ich sah nur in rote Gesichter und verzerrte Münder. Was war denn mit dem Kakao los? Nepomuk schaute zum Gewürzbord und bekam große Augen: Er hatte Zucker- und Salzdose verwechselt.

In diesem Moment klingelte das Visophon. Es war Galaktika. Sie wollte auch kommen, doch dann ist sie in einen Schneesturm geraten und musste auf der Kreuzung notlanden. Wir also schnell raus und zu Galys Landeplatz. Mit vereinten Kräften schoben wir den festfahrenen – oder heißt das »festgelittenen« – Raumgleiter aus dem Schnee. Galy hatte allerdings Angst, nicht mehr wegzukommen und reiste lieber wieder ab.

Blieben noch zwei Probleme.
Problem eins: Mein Weg nach Hause in die Hallerstraße war komplett verschneit. Ich musste heute im Dorf bleiben. Freundlicherweise boten mir Lulu und Elvis ihr Sofa an. Lulu hat mir sogar einen Tee gebracht – so einen Luxus habe ich bei mir zuhause nicht. Problem eins also gelöst.

Problem zwei: Lexi und Lisa. Die sprachen zum Glück noch mal miteinander. Und siehe da, es war nur ein Missverständis. Mit »Der muss gehen!« meinte Lisa den Teig – Mona hat ihn wohl zu oft geknetet. »Also wolltest du nicht, dass ich gehe!« jauchzte Lexi erleichtert. Problem zwei also auch gelöst.

Im Großen und Ganzen war es aber ein ganz schöner Abend. Und optimieren können wir ihn ja nächstes Jahr.

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –
dein Spencer

PS: Das Frühstück bei Lulu und Elvis war fantastisch! Was die alles aufgetischt haben … Da hat sich das Chaos gelohnt. Sp.