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Hallo liebes Tagebuch,

heute schreib ich dir aus dem Traumexpress. Ich versuche es zumindest. Ständig werde ich gestört vom blauen Ömmel. Denn obwohl das Dorf schon in der Falle liegt, kann Elvis nicht abschalten. Ihm fällt immer noch was Neues ein: Wie organisieren wir das, wie verwalten wir jenes. Doch fangen wir lieber mal am Anfang an.

Dieses Jahr wollten wir unseren eigenen Weihnachtmarkt machen. Jeder hat dafür etwas vorbereitet:

Lexi schrieb eine Weihnachtsgeschichte, die er später vorlesen wollte. Nepomuk hat dafür sogar sein Kaminzimmer zur Verfügung gestellt – und das soll schon was heißen! Leider nuschelt Lexi nur immer beim Schreiben. Und als zufällig Poldi vorbeikam, hörte er das Ende von Lexis Geschichte. Allerdings konnte er diese Satz-Fetzen nicht zuordnen und dachte nicht weiter drüber nach.

Nachdem Lexi fertig war, griff er zu Lupe und Schal und eilte zum nächsten Projekt. Er wollte nämlich noch seine Studie »Eiskristalle in Kraterlandschaften« beenden. Was für’n Blödsinn, dachte ich – was mit Eis auf Kratern passiert, weiß selbst ich: die schmelzen, ist doch klar!

Mona und Lisa backten Plätzchen, sie hatten nämlich einen Stand mit Weihnachtsgebäck.

Und dann passierte das, was immer passierte: Lexi vergas die Zeit. Aus seinen Füßen wurden Eisklumpen. Er musste sich dringend aufwärmen. Also humpelte er mit steifen Beinen zum Hausboot, denn das war in der Nähe. Klar, dass Lisa ihm sofort einen heißen Tee kochte und warme Wadenwickel machte. Und so saß er am Esstisch neben der Küche und taute auf.

Die Zwillinge machten nebenan weiter. Sie backten und backten – und quatschten und quatschten. Irgendwann wurden die Stimmen lauter und Lexi hörte Lisa zu Mona sagen: »Der muss jetzt gehen!« Das hat unseren Lexi schwer getroffen. Weshalb sollte Lisa ihn plötzlich loswerden wollen, überlegte er. Eben noch Wadenwickel und jetzt das? Lexi ging, bevor man ihn hätte rausschmeißen können.

Naja – und während Lexi gekränkt nach Hause schlurfte, gingen woanders die Vorbereitungen weiter. Nepomuk kochte Kakao nach einem alten Rezept seines Ur-Ur-Ur-Großvaters. Lulu nähte Tischdecken mit Weihnachtsmuster. Kasi röstete was? Klar, Maronen! Die Quietschbeus schrieben ein Weihnachtslied:
»Es duftet nach Zimt,
die Kaminkohle glimmt
die Teppichfransen sind getrimmt–
dann kommt der Weihnachtsmann bestimmt.«

Liebes Tagebuch, ich höre wieder Schritte. Elvis kommt. Gleich steckt er seinen Kopf durch die Schiebetür und sabbelt los. Ich schreibe lieber zuhause weiter. In Ruhe!

Teil zwei gibts nächste Woche.

Sp.