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Hallo liebes Tagebuch,

heute schreib ich aus der Stadt. Wenn du aber glaubst, dass es hier geordneter zugeht, musst du das hier lesen!

Wie jedes Jahr fand auch heute ein großes Herbstfest in der Hallerstraße statt. Mit Fassbrause, Feuerwerk und großem Ramba-Zamba. Da trifft man auch die, die man nur selten sieht – vor allem aber: mit denen man überhaupt nicht rechnet.

So kamen dieses Jahr durch großen Zufall und ohne Ankündigung sowohl mein Vetter Sylvester als auch Elvis‘ Vetter Elmar in die Stadt. Doch schon bei einem alleine heißt es: Chaos vom Allerfeinsten. Nun also gedoppeltes Chaos?

Vorab muss man wissen, dass Sylvester mir zum Verwechseln ähnlich sieht – nur hat er statt meinem kahlen Eierkopp rote Haare. Aber auch Elvis und seinen Vetter kann man schon mal vertauschen, wobei Elmar einen kantigeren Schädel hat. Sowohl Sylvester als auch Elmar trugen heute aber dicke Wintermützen, die gerade diese Körperteile verdeckten. Die Verwechslungen waren also vorprogrammiert.

Und es kam, wie es kommen musste. Sylvester sprach Elmar mit »Hallo Elvis!« an, worauf Elmar natürlich nicht reagierte. Sylvester dann knapper: »Hey!« Elmar dachte: »Typisch Spencer! Nimmt sich als Dorfchef immer so wichtig und hält es nicht für nötig, freundlich zu sein« und ging empört weg.

Kurze Zeit später traf Sylvester auf Lulu. Der beschwerte sich sofort bei ihr: »Hör mal, dein Elvis ist aber ein ungehobelter Klotz!« Aber auch Lulu hielt ihn für mich, also für Spencer, und wehrte sich: »Mein armer Elvis? Was fällt dir denn ein?«

So, liebes Tagebuch, drei Leute schon aufeinander sauer. Und es ging noch weiter: Kurz darauf kam nämlich Zacharias Zuckerguss auf Lulu zu und wollte sie und Elvis einladen: »Kommt doch nach dem Feuerwerk noch mit zu mir. Spencer lade ich auch noch ein. Ich habe extra Buttercremetorte gemacht.«

Gerade wollte Lulu loslegen und bei Zachi ordentlich Dampf ablassen, da sahen die beiden, wie Elvis und ich zusammenstanden. Elvis erzählte mir gerade seinen neuesten Fritzchen-Witz und ich musste laut lachen, da explodierte Lulu und schrie zu uns rüber: »Spencer! Was fällt dir ein, Elvis auch noch frech ins Gesicht zu lachen?!«

Ich fiel natürlich aus allen Wolken und wusste von nix … also von rein garnix! Elvis wunderte sich auch. Und weil wir ja noch nicht einmal wussten, dass unsere Vetter in der Stadt waren, dauerte es auch sehr lange, bis wir alle dahinterkamen, was genau schiefgelaufen war.

Umso lustiger, als sich dann alles aufgeklärt hat.

Also suchten Elvis und ich Elmar und Sylvester und gingen nach dem Feuerwerk gemeinsam zu Zachi. So eine Aufeinandertrefferei muss man schließlich feiern.

Ich hatte es dann später zum Glück nicht mehr so weit zu mir nach Hause und fiel sofort völlig alle in die Koje.

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –
dein Spencer

PS: Eigentlich dachte ich immer, ich bin unverwechselbar – bin aber beruhigt, dass es Elvis genauso ging. Sp.