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Hallo liebes Tagebuch,

heute Morgen kam ich gerade ins Studio, als fast zeitgleich eine Rohrpost-Nachricht in den Korb fiel. Absender: Galaktika. Sie wolle ihren Urlaub nachholen, den sie ja vor einigen Wochen bei uns begonnen hatte, aber noch am selben Tag wieder abbrechen musste. Und weil wir ja keinen Tag ohne Hilfe auskämen, habe sie eine Urlaubsvertretung organisiert: Die kugelrunde Kugelkunde werde sich um uns kümmern.

Kugelgunde kennen wir schon. Das Kind vom Sternhaufen Coma Berenices hat sich vor einigen Jahren mal heimlich an Galys Raumgleiter gehängt und unser Dorf ganz schön auf den Kopf gestellt. Im Moment sei sie noch in der Ausbildung, schrieb Galy. Ich war also gespannt.

Die Quietschbeus texteten schnell einen Song, denn auch sie müsste mit einem Reim herbeigesungen werden – haben wir vermutet.

Sie waren gerade fertig, da kam schon das erste Problem: Lexi hat so wild geschrieben, dass er mit den Fingern zwischen die Tasten der Schreibmaschine geriet und sich einklemmte. Und weil unser Ringelwurm nun mal schwache Nerven hat, geriet er sofort in Panik und verfing sich noch tiefer.

Ich beobachtete die Szene an meinem Monitor. Keine Chance, ihn dort rauszubekommen. Da konnte nur noch eine helfen: Galys Urlaubsvertretung.

So konnten die Quietschies ihren Song gleich mal testen:
»Oh Sternenkind, wir brauchen dich
Uns geht es hier ganz fürchterlich
Kannst du nicht kurz mal runterschweben
Und unser kleines Problem beheben?«

Der Vers funktionierte – Kugelgunde kam. Es funkelte und blitzte, dann landete ihr leuchtendes Raumschiff direkt bei den Kratern.

Auf dem Weg zum Pilzhaus traf Kugelgunde erst auf Kasi, der auf seinem Balkon Kartoffeln schälte, dann auf Nepomuk. Der hatte sich während ihres letzten Besuchs ja sehr gut mit ihr verstanden. Beide teilten nämlich ihre Abneigung gegen Spitznamen. Sie kamen ins Plaudern und Nepomuk lud sie ins Schloss ein, um Kakao zu trinken. Auch eine gemeinsame Leidenschaft.

Lexi klemmte also immer noch in seiner Schreibmaschine fest. Zum Glück kam dann aber Kasi mit dem Bollerwagen vorbei, der gerade in die Hallestraße wollte. Und weil er ja wusste, wo sich Kugelgunde aufhielt, hievten sie die Schreibmaschine auf den Bollerwagen und eilten zum Schloss.

Kugelgunde bekam einen Schreck, als der völlig aufgelöste Lexi plötzlich vor ihr stand.

Lexi zischte: »Hast du mich vergessen?«
Kugelgunde fragte: »Vergessen? Was ist das?«
Lexi: »Wenn ich feststecke und niemand kommt!«

Kugelgunde zögerte nicht lange, schwebte umher, sprach einen magischen Spruch, ließ Lichtkugeln und bunte Sterne um die Schreibmaschine wirbeln, dann war Lexi frei. Um die Hand hatte sie ihm einen violetten Glitzerverband gezaubert. Sensationell!

Und bevor wir uns bedanken konnten, saß das Sternenkind schon wieder in ihrem Raumschiff und flog davon. Ach ja: Kugelgunde mag ja keine Abschiede.

Wieder im Pilzhaus angekommen erschrak Lexi als ihm auffiel, dass sämtliche Buchstaben auf seiner Schreibmaschine vertauscht waren. Das muss wohl durch Kugelgundes Zauberei passiert sein. Ob es daran liegt, dass sie noch in der Ausbildung steckt? Was tun? Sollten wir sie wieder zurückrufen? Beim nächsten Mal. Wird ja nicht mehr lange dauern, bis wir wieder Hilfe brauchen.

Bis dahin schreibt er erst mal mit einem Finger im Adlersuchsystem. Kennt man ja von mir: Buchstaben suchen … mit dem Finger umkreisen … und zuschlagen.

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –
dein Spencer

PS: Zauberhaft ist sie ja, unsere kugelrunde Kugelgunde. Auch wenn sie alles immer etwas chaotisch hinterlässt. Sp.