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Hallo liebes Tagebuch,

heute endet das Jahr und wir wollten es mit einer Party gemeinsam ausklingen lassen. Allerdings gab es noch viel zu erledigen und dann kam mal wieder eins zum anderen.

Da gab es zum Beispiel Probleme mit den Feuerwerkskörpern. Laut Lexi, unserem Sicherheitsbeauftragten, haben sich die Bestimmungen geändert: Alles, was leicht entflammbar war, musste an einem schwer entflammbaren Ort gelagert werden. Klingt leicht, ist aber schwer. Schließlich stapelten wir die Kartons auf dem Hausboot, denn das liegt ja mitten im Wasser.

Apropos »Hausboot«: Die Zwillinge beschwerten sich schon seit Tagen, dass ihr Bootssteg wackle – und schon seit Tagen sagte ich »Ich kümmer mich.« Das wollte ich auch, nur nach dem ganzen Weihnachtsstress folgte der Silvesterstress. Ich kam bis heute nicht dazu.

Und als endlich alles fertig geplant war, polterte Nepomuk ins Studio und brachte alles wieder durcheinander. Er habe keine Lust auf diese furchtbare Knallerei. »Ich muss schon das ganze Jahr über die Quietschbeus auf ihrem lauten Motorrad ertragen – da will ich wenigstens einmal im Jahr meine Ruhe haben und früh ins Bett gehen!« motzte er rum.

Elvis und ich schauten uns verzweifelt an. Der ganze Abend drohte ins Wasser zu fallen. Was nun? Eine Lösung musste her.

Elvis schlug vor: »Statt Riesenböller nehmen wir Knallerbsen.«
Nepomuk: »… und keine Raketen. Die sind zu hell und davon wache ich auf!«

Doch Silvester ohne Raketen? Schwer vorstellbar. Ich ging dazwischen: »Wir machen einen Kompromiss. Knallerbsen und Raketen. Dafür lassen die Quietschbeus eine Woche ihren Feuerstuhl stehen und gehen zu Fuß.« Nepomuk war einverstanden.

Und bevor ich den Quietschbeus von unserem Handel erzählen konnte, erledigte sich das Problem schon von alleine. Als sie nämlich zu dritt die Kartons mit dem Feuerwerk vom Hausboot zur Kreuzung tragen wollten, brach das wackelige Geländer vom Steg und Karl-Gustav verlor das Gleichgewicht. Der hielt sich reflexartig an Karl-Ottos Jackenärmel fest, weswegen der ebenfalls ins Schwanken geriet. Karl-Otto griff nach Karl-Heinz, der sich allerdings an niemandem festhalten konnte. Und so kippten sie der Reihe nach, mitsamt der Kartons, in den See.

Schöner Bockmist, denn die Quietschbeus wurden schnell wieder trocken, das Feuerwerk aber nicht.

Galaktika konnten wir heute nicht zur Hilfe rufen, denn sie feierte weit weg in einem anderen Sternensystem.

Doch wir ließen uns nicht die Laune verderben, schließlich hatten wir noch zwei große Fässer Brause und ein herrlich leckeres Buffet. So wurde der Abend zwar ruhiger als geplant, aber schöner als erwartet – so schön, dass Nepomuk einer der letzten auf der Party war. Der quatschte sich nämlich mit den Quietschbeus fest.

Es muss also nicht immer krachen. Was zählt, ist ein Dorf in Harmonie … ein eher seltener Zustand, den man genießen muss.

Frohes neues Jahr!

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –
dein Spencer

PS: Ich habe übrigens nur einen einzigen guten Vorsatz für das neue Jahr: Gelassenheit. Denn so friedlich, wie es heute Abend zuging, wird es mit Sicherheit nicht bleiben. Sp.