pt-hs-tagebuch_titelbild_161011

Hallo liebes Tagebuch,

jeder weiß: Elvis liebt Ordnung. Doch gerade diese Liebe sorgte heute für absolutes Chaos im Dorf – und das kam so:

Die Quietschbeus haben ihr Motorrad mitten auf der Kreuzung abgestellt. Elvis sah das und kam sofort meckernd ins Studio gerauscht. »Diese Chaotentruppe!« maulte er. Ich wusste, was jetzt kam – und genauso kam es: Mit der Frage »Was gedenkst du zu tun?« sollte ich wieder ran. Und ich sagte, wie so oft: »Abwarten!« Das gefiel dem blauen Pingelkopp natürlich nicht. Er also wieder raus mit fliegenden Türen.

Zwischen Pilzhaus und Schloss wurde Elvis aber schon wieder ausgebremst. Diesmal von Nepomuk und seiner Staffelei. Dann das übliche Gehampel:
»Mach den Weg frei, Nepi!«
»Wie heiß ich?!«
»Mach den Weg frei, Nepomuk!«
»Wie heißt das?«
»Bitte.«
»Na bitte, es geht doch!«

Trotzdem weigerte sich Nepomuk – was für eine Überraschung – und ignorierte Elvis. Der drömmelte sich also vorbei und hastete weiter.

Bei den Kratern stoppte er erneut. Poldis Fahrrad lag im Weg. Das brachte Elvis zum Toben, allerdings eher innerlich – er sagte lieber nichts. Auf Gefressenwerden und falsches Deutsch konnte er in diesem Moment nämlich gut verzichten.

Zuhause im Traumexpress angekommen, kam Elvis die Idee: absolutes Halteverbot im ganzen Dorf. Sofort malte er Schilder. Lulu, von Elvis aufgestachelt, half ihm dabei. Und eh man sich versah, waren die Schilder auch schon aufgestellt. Das ganze Dorf stand voll. Wenn ich als Dorfchef nichts zu tun gedenke, heißt das für Elvis also »freie Fahrt«, was? »Selbstjustiz« würde Lexi das nennen – und sowas geht meistens nach hinten los. Wie auch in diesem Fall.

So durfte nämlich auch Kasi nach der neuen Regelung mit dem Bollerwagen nirgendwo mehr halten. Doch heute war Müllabfuhr. Und wie sollte das gehen? Im Vorbeigehen Müll aufladen? Das war unmöglich!

Ich: »Elvis, du übertreibst!«
Er: »Jetzt geht’s erst richtig los!«
Doch das Gegenteil passierte: Nix ging mehr – Kasi schmiss hin.

Ich also visophoniert: »Leute, Sondergenehmigung für Kasi.«

Dann mischten sich aber die Quietschbeus ein: »Was wäre das Spencerdorf ohne Musik?« meinten sie – und deshalb stünde ihnen auch so ein Sonder-Dingsbums zu. Nepomuk schloss sich an: »Was wäre das Dorf ohne Kunst?« Er wolle auch sone Genehmigung.

Mir brummte der Schädel! Wie kann das bloß alles wieder so kompliziert werden! Und nur, weil Elvis unsere gute alte Ordnung noch ordentlicher machen wollte? Also stoppte ich den Wahnsinn und hob alle Verbote samt Sondergenehmigungen wieder auf.

Elvis hat inzwischen auch gemerkt, was für ein Chaos er angestellt hatte und verkroch sich wieder bei seiner Lulu. Die schlug ihm vor, dass er Kasi bei der Müllabfuhr helfen könne, denn der Arme hatte durch ihn ganz schön viel Zeit verloren. So konnte Elvis schnell wieder alles gut machen. Und zu zweit waren sie sogar schneller fertig.

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –

dein Spencer

PS: Ich sag es ja immer: Das Leben kann man nicht durchplanen – es kommt erstens immer anders und zweitens als man denkt. Sp.