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Hallo liebes Tagebuch,

dass Kasi großen Wert auf Natur und Umwelt legt, wissen wir alle – doch was Elvis nun veranstaltet hat, war deutlich übertrieben. Hier eine Zusammenfassung.

Heute Morgen fing es an: Elvis kam ins Studio und dimmte das Licht. Ich saß also plötzlich im Halbdunkeln. Und weil ich darauf natürlich nicht vorbereitet war, rutschte ich beim Schreiben von meinem Zettel und schmierte ein N und ein Komma auf den Tisch.

Ich: »Was soll das denn?«
Er: »Strom sparen! Was meinst du, wieviel Energie das hier alles frisst!«

Und eh ich gucken konnte, stellte er auch noch die Leuchtschrift, meinen Bananix-Computer und den Monitor aus. Ich biss mir aber auf die Lippen. Keine Zeit, ich musste zu Kasi.

Der wartete schon aufgeregt auf dem Balkon. Sein Fahrstuhl sei defekt und nun könne er nicht mehr runterfahren. Ich ging zur zweiten Großwurzel links, um nach den Sicherungen zu schauen. Und siehe da: Die waren alle rausgedreht.

Schnell drehte ich wieder alles rein und lief zur Kreuzung. Mir kam nämlich so ein Gedanke. Und meine Vorahnung stimmte: Auch das Licht auf der Kreuzung war aus. Ganz klar, das ist die Handschrift des blauen Öko-Ömmels.

Auf dem Weg ins Studio kam ich bei Lulu vorbei. Sie zitterte. Vor Ärger? Nein, vor Kälte. »Spencer, wir müssen was unternehmen! Elvis ist verrückt geworden – der hat uns hier die Heizung abgedreht!«

Als ich dann durch den Quietschbeuschuppen lief, standen die Quietschies vor Bongotrommel, Akustik-Guitarre und Klavier.
Ich scherzend im Vorbeilaufen: »Heute unplugged?«
Die nur: »Oooh!«
Ich: »Elvis?«
Die wieder: »Oooh!«

Im Studio saß Elvis zitternd in der Ecke. Warm und glücklich sieht anders aus. Und dann gings los: »Lexi heizt bei offenem Pilz. Kasi fährt den ganzen Tag mit seinem Fahrstuhl rauf und runter. Die Zwillinge haben bis tief in die Nacht volle Beleuchtung im Haus, weil die immer so lange lesen müssen. Lulu föhnt sich ständig die Haare. Und die Quietschbeus saugen mit ihren Synthesizern, Elektroguitarren und Verstärkern die ganzen Steckdosen leer.«

Ich versuchte es diplomatisch: »Elvis, ich bin da ganz bei dir. Energiesparen ist furchtbar wichtig. Doch so geht das nicht. Spätestens morgen protestiert das Dorf gegen deine Verordnungen und dann geht nix mehr.«

Mein Vorschlag: Wir setzen uns zusammen und überlegen, wie jeder von uns am besten Energie sparen kann – und zwar mit Vernunft. Mit Gewalt geht da garnix.

Also haben wir per Konferenzschaltung für morgen eine Dorfversammlung anvisophoniert und Kasi zum Energiespar-Experten benannt. Jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht.

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –

dein Spencer

PS: Recht hat Elvis ja. Alleine wenn ich mir vorstelle, wieviel Holzkohle Lexi im Winter verballert … gerade, wenn es so richtig kalt ist. Sp.