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Hallo liebes Tagebuch,

die Adventszeit steht vor der Tür und mit ihr auch die vielen Kartons voller Weihnachtsdeko. Doch bevor wir unser Dorf schmücken können, heißt es »Groß-Reinemachen« – und das bedeutet bei uns zwangsläufig was? Natürlich, »Groß-Chaosmachen«.

Im Traumexpress zum Beispiel wurde alles, was nicht angeschraubt ist, vor die Tür geräumt. So konnten Lulu und Elvis drinnen überall schrubben und polieren. Für Elvis eine Doppelbelastung – bei mir im Studio wurde er nämlich auch gebraucht. Hier musste aber erstmal aufgeräumt werden, bevor geputzt werden konnte.

Bei den Quietschbeus war das entspannter. Die wedelten einmal zackig über alles drüber und fertig. Aber da heißt es dann eher »Klein-Reinemachen« – wobei »Klitzeklein-Reinemachen« oder »Fast-Nix-Reinemachen« besser passen würde.

Wer damit gar keine Arbeit hat, ist Nepomuk. Der putzt nämlich nie. Für ihn ist Staub und Unordnung herrlich. Das berühmte kreative Chaos eben.

Und links daneben, also bei Lexi, ging es heute richtig zur Sache. Ich sag nur: Pedant trifft Chaot. Lexi ist natürlich übergenau. Der putzt auch vor seinem Pilz und sogar oben drauf. Das muss man sich mal vorstellen … so ein Pilzdach ist doch Natur pur! Naja, jedenfalls hockte er ganze zwei Stunden da oben und polierte die Haube, bis sie blitzte.

Tja, aber genau dieses Blitzen war das Problem: Denn als Nepomuk am frühen Nachmittag mal wieder auf seinem Türmchen saß und Kakao trank, blendete ihn die Sonne, die sich auf dem sauberen Pilzdach spiegelte. Und zack – beschwerte er sich bei Lexi.

Allerdings konnte Lexi mit der Aussage: »Dein Pilz ist viel zu sauber!« nix anfangen und ließ ihn in Leximanier auflaufen: »Für so einen Blödinn fehlt mir die Zeit, Nepi!«

Das ließ er sich natürlich nicht gefallen. Erstens nennt man ihn nicht ungestraft »Nepi«, zweitens macht der Ton die Musik und der war ihm entschieden zu schrill.

Und da Nepomuk zur Selbstjustiz neigt, stand er wenig später wütend auf seinem Söller und klatschte Lexi einen Eimer voller Schlamm auf das Pilzdach. Es platschte laut, Nepomuk lachte wild und Lexi schrie hysterisch.

Gerade als Elvis zur Frage »Was gedenkst du zu tun, Spencer?« ansetzte, begann es zu regnen. Der Regen löste also schon mal das erste Problem und spülte den Dreck vom Dach. Das zweite Problem löste Kasi. Der hörte nämlich den Streit und kam vorbei. »Bald ist doch Weihnachtszeit – lasst uns Lexis Dach mit Tannenzweigen und kleinen Lichtern schmücken.«

Nepomuk war begeistert. Er liebte nämlich die Weihnachtszeit und stellte sich schon vor, beim Kakaotrinken auf einen Weihnachtspilz zu schauen. Dann konnte auch die Sonne wieder scheinen.

Gesagt, getan. Und da packte sogar Lexi noch mal mit an. Denn in dem wohl einzigen Weihnachts-Pilz der Welt zu wohnen, liefert schließlich interessanten Stoff für seine Lexiklopädie.

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –
dein Spencer

PS: Irgendwie bin ich schon ein bisschen neidisch auf Nepi. Ich hätte auch gern son Dach mit Tannenzweigen vor meinem Fenster. Sp.