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Hallo liebes Tagebuch,

endlich – die Adventszeit ist da. Und damit die Zeit der Lichter und Schmückereien auch für alle im Dorf gleichzeitig beginnt, gibt es bei uns einen festen Dorfschmück-Tag. Seit vielen Jahren ne tolle Tradition. So lief es heute ab:

Am Vormittag stand Lexi vor seinem Pilz und wartete auf Lulu und Nepomuk. Die hatten nämlich was Sensationelles vor: Nepomuk wollte das Pilzhaus verhüllen. Mit rot-weißen Tüchern. »Großer Weihnachtspilz« nannte er das Kunstwerk. Lulu half ihm beim Schneidern. Als Nepomuk dann auf das Pilzdach stieg und von oben das Riesengewand fallen ließ, umhüllte es den Pilz perfekt. Maßarbeit vom Feinsten – bravo, Lulu! Und auch Lexi gefiel es, denn der brauchte diesen Winter nicht mehr zu frieren. Endlich ein geschlossenes Haus, dachte er.

Jetzt konnte sich Nepomuk auch endlich um die eigene Deko kümmern. Und da war noch viel zu tun. Jeder weiß ja, wie schrecklich sich Lichterketten vertüddeln. Da ist jede Birne in sich selbst verdreht und die wiederum hat sich mit zig anderen verknotet. Nepomuk entwirrte das Knäuel also auf dem Schlossplatz. Fast war er fertig, da kamen die Quietschbeus auf ihrem Motorrad vorbeigerauscht und bretterten mit ihrem Beiwagen über die Lichterkette. Die merkten nichts und übersahen sogar Nepomuk, der wild fuchtelnd herumschrie.

Nun brannte nichts mehr. Und spätestens jetzt möchte ich nicht in Nepomuks Haut stecken. Denn jeder weiß wohl, wieviel Arbeit es ist, an einer 1.000-teiligen Lichterkette die kaputte Birne zu suchen.

Bei Lulu und Elvis ging es entspannter zu: Sie dekorierten in seliger Gemeinsamkeit die Tannenbäume, die am Eisenbahnwagen stehen. So brauchten sie nicht extra eine Tanne zu fällen.

Poldi hätte das auch gerne gemacht, aber bei den Kratern wachsen keine Bäume. Kasi hatte aber die Idee, eine Tanne auszubuddeln und sie in einem großen Topf vor die Krater zu stellen. Eine Superidee – und zudem auch noch umweltfreundlich.

Kasi hingegen war niedergeschlagen. Alle hatten dieses Jahr so schöne Weihnachtsbäume, doch bei ihm reichte der Platz nur für einen Kerzenkranz auf dem Küchentisch. Da gab es auch keine Lösung. Klein ist eben klein. Niemand hatte einen Vorschlag und Kasi wurde immer trauriger.

Doch weil Kasi Poldi geholfen hat, wollte unser Jungdrache ihm nun auch helfen. Er sang:
»Ich rufe dich, Galaktika –
vom fernen Stern Andromeda.
Dem Kasi fehlt der Platz für einen Baum,
doch wäre das sein allergrößter Traum!«

Galaktika kam und hatte auch prompt eine Idee. Dafür schwebte sie drei Mal um das Baumhaus herum und hinterließ dabei eine Spur von bunten Sternschnuppen. Als die dann langsam verschwanden, schwebte direkt neben dem Balkon in Baumhaus-Höhe ein bunter Tannenbaum mit blinkenden Lichtern. »Das ist eine ‚Andromedanische Buntharzkiefer‘. Die wachsen so bei uns in den Weihnachtswäldern und brauchen nicht geschmückt zu werden.« so Galaktika.

Leute – äh, liebes Tagebuch – da hat sich das Blatt aber gewendet: Nun hat der eben noch so traurige Kasi den schönsten Weihnachtsbaum im ganzen Dorf. Und jeder, der bei Kasi vorbeigeht, kann sich daran erfreuen.

Abends tranken wir noch gemeinsam heißen Kakao mit Zimt auf der Kreuzung. Adventszeit, du schöne Zeit!

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –
dein Spencer

PS: Habe jetzt schon ne Genickstarre. Vom vielen Hochgucken. Aber Kasis Baum ist einfach zu und zu schön! Sp.