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Hallo liebes Tagebuch,

Elvis hat sich heute zuhause ausgesperrt. Er kam aus dem Studio und wollte zuhause im Traumexpress Mittag essen. Lulu war mit Kochen dran – dachte Elvis jedenfalls. Doch als er reinkam, war keine Lulu zu sehen.

Elvis war verwirrt. Es haut ihn ja immer sofort aus den Socken, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Und mit dieser Verwirrtheit (Schreibt man das so? Liebes Tagebuch, du musst es ja wissen!) stiefelte er raus, schlug die Tür zu und erschrak sofort: Schlüssel vergessen! Der lag noch auf dem Küchentisch.

Son Mist! Mit Hunger statt Essen im Bauch fiel es ihm auch plötzlich wieder ein: Heute ist Dienstag. Und dienstags ist Brot-Tag, denn Lulu ist um diese Zeit immer mit ihrem Bücherclub in der Hallerstraße und schwadroniert. Dauerte also noch, bis sie wieder da war.

Elvis hatte also Zeit – und Hunger. Er ging durchs Dorf, um vielleicht irgendwo etwas Essbares abstauben zu können.

Bei den Quietschbeus fing er an. Doch die Rock-Pop-Top-Truppe isst bekanntlich SchniPoMaKe und son Kram. Currywurst auf die Faust und Burger to go. Rocker halt. Und als Elvis kam, saßen sie schon auf ihrem Motorrad und wollten zur Bratwurstbude. Da war kein Platz für nen Vierten.

Elvis also weiter durch das leere Studio – so ist das in einem Runddorf: Man muss immer quer irgendwo durchlatschen – Richtung Pilzhaus.

Doch Lexi isst ja nichts zum Mittag. Keine Zeit, zu viel zu tun. Als Elvis kam, saß er wie immer an seiner Schreibmaschine und war gerade in der Rubrik »Kulinarisches« bei G angelangt. G wie »Gulasch«. Als er hochkonzentriert laut vor sich hinschrieb und das Gulasch-Gericht ausführlich umhermurmelte, floss Elvis das Wasser im Mund zusammen und er bekam noch mehr Hunger.

Schnell weg, dachte Elvis und weiter zu Nepomuk.

Elvis klingelte am Schloss, doch Nepomuk machte nicht auf. Stattdessen duftete es himmlisch nach Braten mit Soße. Nepomuk kochte offensichtlich etwas extrem Leckeres und hatte keine Lust, es zu teilen. Womit hat Elvis das verdient?

Also wieder schnell weg und weiter zur Kastanienallee.

Kasimir saß in seinem Baumhaus und wollte gerade essen. Es gab Suppe. Als Elvis ihm sein Leid klagte, lud ihn Kasi natürlich sofort ein. Doch, liebes Tagebuch, es hat nicht sollen sein: Bei Kasi im Baumhaus war kein Platz für zwei. Und unten essen ging auch nicht, denn Kasi hatte nur einen Teller und einen Löffel. Typischer Singlehaushalt. Elvis war so dicht dran, doch da zieht ihm das Schicksal den saftigen Braten, oder in diesem Fall die duftende Suppe, direkt wieder vor der Nase weg.

Lulu hätte jetzt gesagt: »Mein armer Elvis« und ihm durchs Gesicht gestreichelt. Doch Lulu war nicht da – und gerade das war ja das Problem!

Was jetzt? Elvis kennt das Spiel mittlerweile: weiter zur nächsten Station, zu den Kratern.

Poldi freute sich, dass Elvis zum Essen kam. Mit den Worten: »Buah, ich will dir fressen« lud er Elvis praktisch ein – doch der einzige, der hätte essen können, wäre Poldi gewesen. Mit den Worten: »Das heißt DICH« konnte Elvis ihn gerade noch berichtigen & beschwichtigen, dann lief er schnell davon.

Zuviel Bewegung für Elvis. Der Hunger stieg – und er setzte alles auf die letzte Station: die Zwillinge. Doch als er zum Hausboot kam, stoppte er vor dem Bootssteg: Knoblauch! Die Zwillinge kochen immer mit so viel Knoblauch. Und Knoblauch hat ihm Lulu verboten, weil er danach immer so unangenehm aus dem Mund riecht. Dann hätte Elvis wieder auf dem Sofa schlafen müssen. Nein, bei Mona und Lisa konnte er nicht essen. »So ein Mist«, dachte Elvis.

Er überlegte: Zacharias Zuckerguss hätte er besuchen können. Doch bei dem gibts immer nur Torte und Kekse – Elvis brauchte aber jetzt was Herzhaftes zwischen die Zähne.

Gerade wollte er schon ins Gras beißen (im wahrsten Sinne des Wortes), um wenigsten etwas im Magen zu haben, da kam ihm die Idee: SPENCER! Der kocht ja um diese Zeit bei sich in der Hallerstraße, der hat bestimmt was übrig.

Ich frage mich, warum er da nicht gleich drauf gekommen ist! Andererseits: ich als Notlösung?

Heute gabs bei mir Reibekuchen. Und von Reibekuchen mache ich immer viel zu viel. Ich denke nämlich jedes Mal, ich werde nicht satt. Die Dinger sind ja so klein, die Augen hingegen viel zu groß – viel größer als mein Magen.

Und so spachtelten wir gemeinsam. War auch mal schön, denn meistens esse ich alleine.

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –
dein Spencer

PS: Ob ich Elvis morgen wohl wieder einlade? Sp.