PT-HS-Tagebuch_Titelbild_160726

So, liebes Tagebuch, jetzt bin ich ausgeruht. Also hier der zweite Teil:

Irgendwann am frühen Abend, wieder mit großer Künstlerverspätung, kam Nepomuk dann und hängte das Bild auf.

Doof nur, dass eben in diesem Moment auch Lexi kam, um Lisas Frage zu beantworten. Auch wenn er noch so wenig Zeit hat, mit der Aussage »Lexi, du bist doch so schlau …« hatte sie ihn bei seiner Ehre gepackt. Lexi kam also ins Hausboot und sah, wie Nepomuk das Bild aufhängte, das er doch von Mona und Lisa geschenkt bekommen hatte. Er wollte Nepomuk zur Rede stellen, doch der sagte nur: »Dieses Bild habe ich doch den Zwillingen geschenkt!« Das hielt Lexi aber für eine Riesen-Unverschämtheit. »Du willst dich doch nur aufspielen! Wahrscheinlich hattest du nur kein Geschenk und dann hast du einfach dieses Bild aus meinem Pilzhaus …«

Und als dann Lexi dem Nepomuk auch noch vorwarf, was ihm denn überhaupt einfiele, den Zwillingen ein Sonnenblumenbild zu schenken, wo Lisa doch so allergisch auf Sonnenblumen sei. Nepomuk: »Uäh, son Quatsch – die sind doch gemalt!« Und dann Lexi: »Egal! Sonnenblume ist Sonnenblume!«

Die Zwillinge wurden ganz still – was eigentlich nicht so ihre Art ist. Sie hatten nämlich ein furchtbar schlechtes Gewissen und mussten die Sache aufklären. Nepomuk verstand die Welt nicht mehr. »Wieso habt ihr das denn nicht gleich gesagt? Ich hätte da noch Klatschmohn im Angebot!«

Tja, Künstler sorgen immer für Überraschungen. Und so hatte die Sache doch noch ein gutes Ende. Am Abend kochten die Zwillinge dann für Lexi und Nepomuk – und weil es ihnen so gut geschmeckt hat, durften sie sogar »Nepi« sagen.

Wurd ziehmlich oft gegessen heute, was?

Ein Zwillingsgeburtstag bedeutet also nicht nur doppelte Freude sondern auch doppelten Stress – jedenfalls hier bei uns im Runddorf.

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –
dein Spencer

PS: Wie groß die Missverständnisse hier auch sein mögen – zum Schluss renkt sich meistens alles wieder ein. Ein Glück, sonst hätte ich es in unserem Dorf wirklich schwer. Sp.