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Hallo liebes Tagebuch,

ich werde noch wahnsinnig! Heute gab es mal wieder Probleme über Probleme.

Es fing so an: Nepomuk hat ein Gerüst rund um sein Schloss gebaut. Er wollte da irgendwelche Steine reparieren. Doch dieses Gerüst war so breit, dass es den ganzen Weg versperrte. Typisch Nepomuk! Wenn der etwas will, dann macht er das einfach – ohne Rücksicht auf die anderen. Stur wie ein alter Esel.

Oh, Spencer, bleib gerecht! Nepomuk hat auch viele gute Seiten.

Kasi musste heute allerdings die Müllabfuhr erledigen und kam mit seinem Bollerwagen nicht am Schloss vorbei. Der Arme stand vollgepackt und ganz alleine vor diesem riesigen Gerüst. Er rief dann Galaktika. Die kam promt und ließ mit viel Glitzer und Feenstaub den Bollerwagen mitsamt der Müllsäcke über das Schloss hinwegschweben.

Problem gelöst. Dachte ich jedenfalls.

Doch der ganze Schlamassel kam dadurch erst so richtig in Fahrt. Galaktika erklärte uns nämlich, die andromedanischen Gesetze hätten sich geändert und alles müsse jetzt dokumentiert werden. Alles! Jede Hilfsaktion!

Ich: »Holla, die Waldfee!«
Galaktika: »Nein, Andromeda.«

Kasi musste also ein Formular ausfüllen. Vier Seiten! Prallgefüllt! Und weil er noch nicht schreiben kann, ging er damit zu Lexi. Der fühlte sich natürlich wieder gestört, füllte es dann aber aus.

Das war allerdings längst nicht genug. Galaktika brauchte noch unbedingt den Kaufbeleg von Nepomuks Gerüst.

Galaktika: »Such ihn bitte, Nepi.«
Nepomuk: »Uäh, wie heiß ich?!«
Galaktika war aber längst weg. Sie schwebte in Sternengeschwindigkeit zu Kasi. Von dem brauchte sie nämlich noch eine Arbeitsbescheinigung.

Eine ARBEITSBESCHEINIGUNG?! Leute – äh, liebes Tagebuch – ich wär fast vom Drehstuhl gekippt! Sowas gibt es bei uns natürlich nicht! Und unser Kasi macht schon seit Ewigkeiten die Müllabfuhr. Auch ohne diesen Wisch. Dreimal tief durchgeatmet … Wir sind ja, wie Lexi immer sagt, »lösungsorientiert«. Also musste Elvis schnell mal so’n Ding basteln.

Ich weiß nicht, wie Galaktika das macht, aber sie blieb ganz ruhig und schwebte wie immer sanft und geschmeidig um uns herum. Kein Ärger in ihrem Gesicht, kein Stress.

Vielleicht lag das aber auch an dem heiteren Quietschbeus-Song. Die haben nämlich die Hektik in Kreativität umgesetzt und einen Song geschrieben: »Willst du deinen Tag gestalten, musst du ihn zuerst verwalten«.

Dann hatten wir es fast geschafft. Allerdings fehlte noch – Achtung, jetzt kommts: der Stempel vom Dorfchef. Einen Stempel?! Den habe ich natürlich auch nicht! Sowas Albernes habe ich noch nie gebraucht! Wozu auch?! Ich überlegte und überlegte … Zum Glück fiel mir ein, dass sich doch gestern Mona und Lisa ihre Küchenborde mit Kartoffeldruck verschönert haben. Das war ein Riesending. Alle waren begeistert. Und Lulu ärgerte sich, dass diese Idee nicht von ihr kam – SIE war ja schließlich die Trendsetterin im Dorf und der Mode aus der Hallerstraße immer eine Nase voraus. Naja … Wo war ich? Ach ja, bei der Kartoffelstempelei. Ich habe mir also den Kartoffelstempel von den Zwillies ausgeliehen und stempelte eines ihrer tanzenden Häschen auf Galaktikas Formular. Galaktikas Mundwinkel entglitten kurz, doch die Vernunft siegte doch und sie hat sich noch mal zusammengerissen. Schließlich konnte sie froh sein, dass wir das alles doch noch so schnell geschafft haben.

Sie flog dann glücklich mit dem ganzen Papierkram davon.

Was für ein Affen- nein, Andromedatheater!

Wenns nach Elvis ginge, hätten wir hier übrigens auch schon längst die reinste Verwaltungshölle. Aber immer wenn der Amtsschimmel zu laut wiehert, gibts schnell was auf die Hufe. Ich konnte ihn bis jetzt immer wieder ausbremsen. Bis jetzt! Aber so oft, wie wir Galy rufen, wird der blaue Ömmel wohl seinen Willen irgendwann kriegen …

Für heute haben wir es aber erst mal geschafft. Jetzt leg ich die Füße hoch und gönne mir ein Gläschen Fassbrause.

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –
dein Spencer

PS: Bitte denke nicht, dass ich nicht gerne dokumentiere! Ich schreibe dir auch weiterhin sehr gerne – egal, wie die Sache im Dorf ausgeht. Sp.