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Hallo liebes Tagebuch,

heute Morgen flog die Studiotür auf und Lexi platzte rein. Er habe DIE Neuigkeit. Solche Ankündigungen machen mir immer Angst. Das bedeutet meistens Chaos!

Und dann kams: Unser Lexi will jetzt sein eigenes Witzebuch schreiben. Da sind mir fast meine Karos von der Mütze gepurzelt. Gerade Lexi?!

Der ist doch so trocken wie … so trocken … da fällt mir jetzt kein guter Vergleich ein – aber er ist jedenfalls sehr trocken. Ein Wissenschaftler eben, unser Lexi. Und wenn er lacht, dann meistens über andere. Neulich schwadronierte er was über »Diskrepanz«. Kasi kannte das Wort nicht und hat nachgefragt.

Doch anstatt ihm zu erklären, was das heißt, bog er sich vor Lachen. Und mal ganz ehrlich: Ich musste das Wort auch erst nachschlagen. Hab es dann aber heimlich zuhause gemacht.

Auf jeden Fall sammelt Lexi jetzt Witze. Über alles andere habe er schon geschrieben, meinte er.

Oha, meinte ich.

Aber, liebes Tagebuch, diese Witze sind GRAU-EN-HAFT! Einfach nur grauenhaft!

Einer geht so: »Wieso tragen Bauern immer Mützen?
Damit ihnen das dreckige Heu nicht auf den Kopf fällt.«

Typische Bauernweisheit!

Ein anderer so: »Klein Fritzchen geht über die Straße. Er fällt hin.
Was auf der Straße liegt, darf man nicht aufheben.«

Da weiß wohl Lexi doch nicht alles, was? Hat glatt die Hälfte des Originaljokes weggelassen. Vielleicht müsste man ihm doch noch mal erklären, was eine Pointe ist.

Und Klein-Fritzchen-Witze? Die sind doch Asbach! Wer erzählt denn die noch? Kalle vielleicht, aber bei dem sitzt jedes Wort – bei Lexi sind sie einfach nur platt!

Aber: Lexi wollte dann unbedingt noch durchs Dorf gehen und jedem seine Witze unter die Nase reiben. Ich wollte ihm das ausreden – »Pah« war seine Antwort, dann knallte er die Tür zu. Zackbumm – weg war Lexi.

Es lachte auch jeder, aber nicht über seine Witze. Kasi lachte, weil er Lexi nicht kränken wollte. Lisa lachte mit schräg gelegtem Kopf und zog dabei ganz süß ihre Schultern hoch. Die ist ja schließlich auch verliebt in Lexi, ist also nur bedingt zurechnungsfähig. Mona lachte, weil Lisa lachte – sind halt Zwillinge. Nepomuk kaute gerade nen dicken Klumpen Lakritz und verschluckte sich am schlechten Witz. Lexi deutete das als Lachen. Poldi hält Witze sowieso für Erwachsenensache. Und weil er doch erwachsen sein will, hat er schon losgelacht, als Lexi sagte, er werde ihm jetzt mindestens einen guten Witz erzählen. Lulu lachte, weil sie das so gewohnt ist – von Elvis, da muss sie immer mitlachen. Sonst gibts Ärger. Die Quietschbeus lachten, weil sie nun eine neue Songidee hatten. Marke »Ich lach auf jeden Fall – du hast ja wohl nen Knall«, oder so. Und Elvis lachte Lexi einfach nur aus.

Nur ich, dein Spencer, musste in den sauren Apfel beißen! Mal wieder typisch, denn alle haben sich gedrückt. Ich war also ehrlich und sagte Lexi meine Meinung über seine vergurkten Witze knallhart ins Gesicht. So macht das unser Ringelwurm schließlich auch immer. Der schont niemanden. Aber er blies sich nur wieder auf und empörte sich. Ich hätte die Witze nur einfach nicht verstanden, meinte er.

Lexi ist jetzt also eingeschnappt. Dabei meinte ich es nur gut. Das hat man davon, wenn man als einziger richtig ehrlich ist! Jedenfalls meistens.

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –
dein Spencer

PS: Wieso siehst du jetzt schon so aus, als würde ich dir die hundertste Notiz anvertraut haben? Sp.