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Hallo liebes Tagebuch,

heute saß ich im Studio und hatte ne Verabredung. Das Licht hatte ich schon ausgemacht, die Monitore und das Visophon auch. Ich saß auf meinem Stuhl und wartete wie Heinz Doof! Nein, nix mit Quietschbeus – is so’n Sprichwort. Du glaubst aber nicht, auf wen ich gewartet habe: auf Elvis, den pünktlichsten Pingelkopp, den ich kenne!

Elvis und ich waren mit Zacharias Zuckerguss verabredet, der hatte extra einen Kuchen für uns gebacken. Wir wollten also zusammen per Pedes in die Stadt.

Und ich saß und saß … Nix passierte! Vom blauen Ömmel keine Spur!

Dann, mit 30 Minuten Verspätung, kam er rein – mit Lulu im Schlepptau. Aha! Aber nix mit Entschuldigung?! Nee, die hatten beide natürlich eine »Riesenstory« parat. Und die ging so:

Lulu wollte auch in die Stadt und ein Bild aus ’nem Rahmengeschäft abholen. Elvis hat ihr vorgeschlagen, einfach mitzukommen. Das war dann aber zu spontan für unsere Lulu. Die musste sich natürlich erst noch ordentlich aufbrezeln. Raus aus den Hausschlappen und dem Schlabberpulli. Sie hat dann ihren Schrank durchgewühlt. Das Kleid musste natürlich zu den Schuhen passen, die Haarschleife zum Makeup. Was für’n Stress, aber muss ja jeder selbst wissen.

Sie war dann irgendwann fertig gestylt – doch was hat sie völlig verpennt? Zähneputzen! Und Lulu geht nie mit ungeputzten Zähnen aus dem Haus. Da machte aber Elvis Stress. Sie solle sich jetzt beeilen. Lulu hat sich dann aufgeregt. Die lässt sich nämlich nicht so gerne über den Mund fahren. Und beim Aufregen passierte es dann: Lulu kleckerte Zahnpasta auf ihr Kleid. Das war zu viel für sie! »Ich werde noch fuchsteufelswild« soll sie gesagt haben. Klar, Lulu sagt, was sie denkt. Und in Elvis‘ Haut will ich dann nicht stecken. Der kriegt dann nämlich alles ab. Die geballte Luluwut!

Und dann ging alles wieder von vorne los: neues Kleid und neue Schuhe mussten gesucht werden. Die Klamotten flogen nur so durch den Eisenbahnwagen. Das kann man sich ja vorstellen. Und Elvis stand immer im Weg und »guckte nur blöde rum«, so Lulu. Lululiebes wurde zur Lulufurie und hat ihm ordentlich Dampf gemacht.

Gut, das Kleid hatte sie jetzt, aber der Lidschatten passte nicht mehr. Die Quietschbeus hatten darüber übrigens mal einen Song geschrieben: »Du hast wohl nen Schatten – ein Lied vom Lidschatten« oder so ähnlich. Wo war ich? Ach ja, der Lidschatten: der war Flamingo und das sah natürlich nicht aus zu dem neuen Kleid. Koralle musste es sein.

Das dauerte alles und dauerte … Da war ich nachträglich noch froh, im dunklen Studio gesessen zu haben – da war wenigstens Friede, Freude, Eierkuchen!

Und dann passierte es: Lulu riss sich den Nagel ein. Die Totalkatastrophe! Elvis musste also zum Kühlschrank, um neuen Nagellack zu holen. Und so entdeckte er das, was er sonst völlig vergessen hätte: die Sahne für den Kuchen. Wie sagt man so schön: Glück im Unglück.

Doch keine Pause, es ging sofort weiter. Elvis musste pusten, damit der Lack schneller trocknen konnte. Ganz langsam und vorsichtig! Aber selbst das war Lulu noch zu schnell. Sie kommt mit Stress nicht klar. Elvis leider auch nicht – und dann gerieten beide in Panik. Irgendwie haben sie es dann doch geschafft und hetzten los ins Studio.

Und das soll jetzt eine »Riesenstory« sein?! Pah, die haben Probleme! Aber wie sagt Lexi immer: »Wer keine Probleme hat, der macht sich welche«. Die Frage, ob mein Outfit passt oder nicht, hab ich mir zum Glück nie stellen müssen. Ich trag ja nur meine Karos – die passen nämlich immer!

Wir sind übrigens völlig gestresst bei Zacharias angekommen. Es gab dann erstmal einen extra starken Kakao. Und zum Glück hatte Elvis die Sahne mitgenommen, denn die hätte sonst gefehlt. Dann hatte der ganze Stress ja doch noch was Gutes.

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –
dein Spencer

PS: Tut mir leid, dass ich beim Schreiben mit meinem Kuli so stark aufdrücke – aber ich rege mich schon wieder so auf! Sp.