PT-HS-Tagebuch_Titelbild_160823

Hallo liebes Tagebuch,

heute Mittag war das ganze Runddorf gemeinsam in der Hallerstraße essen. Ich dachte, es wär eine gute Idee, mal zusammen in einem Restaurant zu sitzen und sich bekochen zu lassen. Doch weit gefehlt. Was habe ich mir nur dabei gedacht? Dieses Essen war die reinste Katastrophe!

Alles begann um 13 Uhr – oder besser gesagt: Es begann eben NICHT um 13 Uhr. Die Truppe trudelte nämlich erst viel später und kleckerweise ein. Und als wir dann endlich vollzählig waren, fing das Gezicke an. Mona zu Lisa: »Warum sitzt du da am Fenster? Da wollte ich doch sitzen!« Das Benehmen der anderen war auch nicht viel besser: Elvis saß krumm, Karl-Heinz schmatzte, Karl-Gustav schlürfte, Karl-Otto stütze sich mit seinen Ellenbogen auf den Tisch, Kasi verwechselte links mit rechts und hielt das Besteck falsch herum, Lexi fuhr der Kellnerin über den Mund, weil sie wohl das Plusquamperfekt anstatt des Perfekts benutzte – was auch immer das bedeutet – und Nepomuk wischte sich den braunen Soßen-Mund an der weißen Tischdecke ab.

Was müssen die Leute bloß von uns gedacht haben … ich mag es mir gar nicht vorstellen!

Den Höhepunkt lieferte allerdings Poldi. Der wollte nämlich die Bedienung zum Nachtisch fressen. Als sie sich weigerte, wurde Poldi pampig und regte sich furchtbar auf. Lulu ging dann dazwischen und zerriss sich dabei ihr Kleid.

Schließlich wurden wir rausgeschmissen. Hausverbot für das ganze Spencerdorf. War mir das peinlich!

Am Nachmittag trommelte ich alle zusammen. Konferenzschaltung. »Jeder bringt Teller, Besteck und Servierte mit. Treffpunkt: Schloss. Und bitte seid pünktlich!«

Wir übten dann, wie man sich in der Öffentlichkeit benimmt. Es kann doch nicht sein, dass sich ein ganzes Dorf aufführt, wie eine Gruppe wildgewordener Affen! Unser nächster Besuch im Restaurant endet dann hoffentlich nicht im Rausschmiss.

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –
dein Spencer

PS: Da fällt mir auf, dass Lexi scheinbar über alles geschrieben hat, aber ein Buch mit Benimmregeln gibt es von ihm noch nicht. Und jetzt weiß ich auch warum! Sp.