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Hallo liebes Tagebuch,

heute gabs nicht nur die üblichen Auseinandersetzungen – mittelgroße Beschädigungen und Blessuren waren diesmal auch dabei.

Im Traumexpress fing es an: Lulu schneidert gerne Kleider, das ist ja bekannt. Da muss man natürlich immer auf dem Laufenden sein. Letzte Woche war sie auf der Fashion Week in der Hallerstraße und hat dort gleich alles an Stoffen bestellt, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Und so trudelten diese Woche täglich Pakete ein.

Eigentlich wär das nicht weiter tragisch, wären Elvis und Lulu nicht ständig unterwegs gewesen. Und weil sich Lexi in seinem offenstehenden Riesenpilz nicht verstecken kann, musste er ständig Lulus Pakete annehmen. Das konnte natürlich nicht gut gehen und so sind dem dünnhäutigen Bücherwurm auch recht schnell die Sicherungen durchgebrannt. Der arme Paketbote bekam alles ab.

Dann rief Lexi unseren Kasi. Er solle kommen und seinen Bollerwagen mitbringen. Alles ohne ein Bitte. Kasi kam natürlich und Lexi lud ihm die ganzen Pakete auf. »Die kannst du Nepi bringen« sagte er. Wieder kein Bitte. Kasi dachte, das haben die beiden so besprochen und fragte nicht weiter nach.

Als Kasi zum Schloss kam, war Nepomuk allerdings nicht da. Deshalb stellte er alles im Flur ab. Irgendwann am frühen Abend – es dämmerte bereits – kam Nepomuk dann nach Hause. Und im Halbdunklen stieß er sich erst den kleinen Zeh, dann das Schienbein, dann schlug er vorne rüber. Es rumpelte laut und Nepomuk schrie vor Schmerzen. Lexi hörte nix, der klapperte nämlich schon längst wieder auf der Schreibmaschine. Kasi aber – und eilte ihm zur Hilfe.

»Wer hat mir diesen Kram in mein Schloss gestellt?«
»Na ich, Kasi.«
»Bist du denn wahnsinnig? Wer hat dir das gesagt?«
»Lexi.«
»Und wie kommt der dazu?!«

In diesem Moment kam Lulu aus der Stadt und sah die beiden zwischen ihren durcheinandergewürfelten Kartons stehen: »Was macht ihr zwei denn da?« »Lexi sagte, ich solle die Pakete zu Nepi bringen.« Und Nepi – äh, Nepomuk dann: »Also von dem kommt das?« Gleichzeitig Lulu: »Was macht denn Lexi mit meinen Paketen?« »Ach, das ist dein Kram? Wegen dir hab ich jetzt überall blaue Flecke!« schnauzte Nepomuk. »Und deshalb hast du meine Pakete zerbeult?« konterte Lulu.

Lexi schrieb zwar immer noch, hörte aber irgendwann seinen Namen und da bekam er spitze Ohren. Er also den Stimmen nach zum Schloss und fragte, was mit ihm sei.

Nepomuk schrie: »Das sag ich dir: Du hast mir die Schienbeine verbeult!«
Lulu ergänzte: »… und mir meine Pakete ruiniert!«
Lexi stammelte: »Ich hab garnichts!«

Irgendwann, nach langer Aufdröselei, verstand Lexi, worum es ging und konnte die ganze Geschichte entdröseln. Nepomuk entschuldigte sich bei Lulu, Lexi bei Kasi und Lulu bei Lexi. Also große Entschuldigungsrunde. Und Lulu versicherte: Ab morgen wird immer einer von uns zuhause sein.

Also wieder Frieden im Dorf … für heute jedenfalls.

Danke, dass du mir zugehört hast – liebes Tagebuch mit den Eselsohren –
dein Spencer

PS: Ich kann den Lexi ja irgendwie verstehen. Der Paketdienst kommt mit einem großen Paket und dann ist das nicht für ihn. Schon enttäuschend. Sp.